Die 7 teuersten Recruiting-Fehler im Gerüstbau (Und wie Sie sie sofort abstellen)

19. Dezember 2025 | Faisal Darwish
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Der Gerüstbau ist ein hartes Geschäft. Wer hier bestehen will, braucht verlässliches Personal. Doch während einige Betriebe scheinbar mühelos neue Kolonnen aufstellen, klagen andere über Bewerbermangel und unzuverlässige Leute. Der Grund liegt oft nicht am Markt, sondern an hausgemachten Fehlern im Recruiting-Prozess.
Vielleicht kennen Sie das Gefühl: Sie schalten eine teure Anzeige, investieren Zeit in Vorstellungsgespräche, und am Ende taucht der neue Mann am ersten Arbeitstag einfach nicht auf. Oder schlimmer: Er kommt, aber er passt fachlich überhaupt nicht und hält den ganzen Betrieb auf.
Aus der täglichen Zusammenarbeit mit zahlreichen Gerüstbau-Unternehmen wissen wir: Es sind meist immer dieselben Stolperfallen, die den Erfolg verhindern. Hier sind die 7 größten Fehler – und wie Sie es besser machen.

Fehler 1: Das „Post & Pray“-Prinzip (Warten auf Wunder)

Der Klassiker: Sie melden die offene Stelle der Arbeitsagentur, stellen sie auf Ihre Website und schalten vielleicht noch eine Anzeige bei Indeed. Dann lehnen Sie sich zurück und warten auf Post. Das Problem dabei ist, dass die guten Gerüstbauer (Kolonnenführer und erfahrene Monteure) nicht suchen. Sie hängen nicht auf Jobbörsen herum. Wer dort sucht, ist oft genau derjenige, den Sie nicht wollen (unzuverlässig, oft gekündigt).
Die Lösung: Sie müssen aktiv werden. Sie erreichen die Top-Leute nur dort, wo sie ihre Freizeit verbringen: am Smartphone.

Fehler 2: Hürdenlauf statt Bewerbung

Haben Sie mal versucht, sich auf dem Handy bei Ihrer eigenen Firma zu bewerben? Oft müssen Kandidaten PDFs hochladen, Anschreiben formulieren oder sich durch unübersichtliche Menüs klicken. Ein Gerüstbauer hat nach 9 Stunden körperlicher Arbeit keine Lust auf Bürokratie. Wenn die Bewerbung länger als 2 Minuten dauert oder er einen Lebenslauf hochladen muss (den er nicht auf dem Handy hat), bricht er ab.
Die Lösung: Nutzen Sie Quiz-Funnels ohne Lebenslauf-Zwang. Das Abfragen von Führerschein und Berufserfahrung reicht für den ersten Kontakt völlig aus.

Fehler 3: Unglaubwürdige Hochglanz-Fotos

Nichts schreckt einen ehrlichen Handwerker mehr ab als gekaufte Stock-Fotos von lächelnden Modells in sauberen Blaumännern und weißen Helmen, die noch nie eine Baustelle gesehen haben. Das wirkt "fake". Gerüstbau ist dreckig, laut und anstrengend. Zeigen Sie das auch!
Die Lösung: Nutzen Sie echte Fotos Ihrer Kolonnen, Ihrer LKWs (auch wenn sie nicht frisch gewaschen sind) und Ihrer Baustellen. Das baut Vertrauen auf. Authentizität ist die Währung im Handwerk.

Fehler 4: Zu langsam sein (Speed is Key)

Ein qualifizierter Kolonnenführer bewirbt sich bei Ihnen. Sie freuen sich, haben aber viel zu tun und rufen erst nach 4 Tagen zurück. Zu spät. In der aktuellen Marktlage hat er da oft schon zwei andere Angebote oder das Interesse verloren. Gute Leute sind es gewohnt, umworben zu werden.
Die Lösung: Die "Goldene 24-Stunden-Regel". Rufen Sie jeden qualifizierten Bewerber innerhalb eines Tages an. Geschwindigkeit wird als Wertschätzung wahrgenommen.

Fehler 5: Den "Faktor Familie" unterschätzen

Dieser Punkt wird oft belächelt, ist aber entscheidend. Viele Entscheidungen im Handwerk werden am Küchentisch getroffen. Wenn der Job zwar gut bezahlt ist, aber der Mann nie zu Hause ist und die Planung chaotisch läuft, legt die Partnerin irgendwann ein Veto ein.
Die Lösung: Bieten Sie Planungssicherheit (z.B. durch garantierte Rückkehrzeiten am Freitag). Kommunizieren Sie Benefits, die der ganzen Familie nutzen, statt nur mit "harter Arbeit" zu werben.

Fehler 6: Nur nach "Superstars" suchen

Jeder will den perfekten Mitarbeiter, der alles kann, nie krank ist, den LKW-Führerschein hat und 20 Jahre Erfahrung mitbringt. Doch diese Leute sind extrem selten und teuer. Wer nur nach dem "Einhorn" sucht, lässt viel Potenzial liegen und die Stellen bleiben monatelang leer.
Die Lösung: Investieren Sie in den Aufbau eigener Leute. Es ist oft leichter, einen zuverlässigen Helfer einzustellen und ihn intern weiterzubilden.

Fehler 7: Onboarding ignorieren (Der erste Tag entscheidet)

Sie haben den Mitarbeiter gewonnen, der Vertrag ist unterschrieben. Glückwunsch! Doch hier passiert der häufigste Fehler: Am ersten Tag weiß niemand so recht Bescheid. Keine Arbeitskleidung da, kein Spind frei, der Vorarbeiter ist genervt. Das Signal an den Neuen: "Du bist uns eigentlich egal." Die Folge ist oft die Kündigung noch in der Probezeit.
Die Lösung: Ein strukturierter Einarbeitungsplan. Kleidung und PSA müssen am Tag 1 bereitliegen. Das Fahrzeug muss sauber sein. Nur so binden Sie den Mitarbeiter langfristig.

Fazit: Recruiting ist Chefsache

Die meisten dieser Fehler kosten kein Geld, um sie zu beheben – sie erfordern nur ein Umdenken. Wer Recruiting nicht als lästige Pflicht, sondern als Vertriebsaufgabe sieht (Sie verkaufen Ihren Arbeitsplatz), wird auch 2026 keine Probleme haben, gute Leute zu finden.
Vermeiden Sie diese 7 Fehler, und Sie sind automatisch besser aufgestellt als 90 % Ihrer lokalen Konkurrenz.

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