Gerüstbauer finden: So stellen Sie erfahrene Monteure ein (Das Rückgrat Ihrer Kolonne)

10. Januar 2026 | Faisal Darwish
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Ein guter Kolonnenführer kann noch so brillant planen – wenn er niemanden hat, der das Material schnell, sicher und fachgerecht nach oben bringt, steht die Baustelle still. Der erfahrene Gerüstbaumonteur ist das wirtschaftliche Rückgrat Ihres Betriebs. Doch genau diese „Macher“ sind auf dem freien Markt so selten wie ein Sechser im Lotto.
Die Situation ist paradox: Auf der einen Seite suchen Betriebe händeringend Personal, das eine Kupplung von einer Schelle unterscheiden kann und einen C/CE-Führerschein besitzt. Auf der anderen Seite gibt es tausende Gerüstbauer in Deutschland. Wo sind die alle? Die Antwort ist simpel: Sie arbeiten bereits. Und zwar bei Ihrer Konkurrenz.
Im Gegensatz zu Helfern, die oft arbeitslos oder Quereinsteiger sind, sind gute Monteure in festen Händen. Wer sie gewinnen will, muss sie abwerben. Das klingt aggressiv, ist aber die einzige Überlebensstrategie im Jahr 2026. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Argumente einen gestandenen Monteur wirklich überzeugen, das Trikot zu wechseln.

Das Profil: Wen suchen wir eigentlich?

Bevor wir eine Anzeige schalten, müssen wir verstehen, wie der erfahrene Monteur tickt. Er unterscheidet sich grundlegend vom Hilfsarbeiter:
  • Er hat Berufsstolz: Er ist kein „Schlepper“. Er kennt die TRBS 2121, er weiß, wie man eine Rüstung statisch sicher baut und er beherrscht sein System (Layher, Plettac, Rux etc.) im Schlaf.
  • Er will „Flow“: Nichts hasst er mehr als schlechte Planung. Wenn Material fehlt oder der LKW falsch beladen ist, bekommt er schlechte Laune, weil er nicht vorankommt.
  • Er spürt seinen Körper: Mit Mitte 30 oder 40 merkt er die Jahre auf dem Buckel. Er sucht nach Wegen, die Arbeit leichter zu machen.
Wenn Sie diese Punkte verstehen, wissen Sie auch, warum Standard-Anzeigen wie „Suche Gerüstbauer, gute Bezahlung“ nicht funktionieren. Das bietet jeder.

Der „Schmerz“ beim aktuellen Arbeitgeber

Warum sollte ein Monteur wechseln, wenn er einen sicheren Job hat? Weil er oft latent unzufrieden ist. Unsere Daten aus hunderten Social‒Recruiting‒Kampagnen zeigen, dass Monteure vor allem wegen drei Dingen wechseln:
  1. Das Material: Muss er sich jeden Morgen um die letzten heilen Beläge streiten? Ist das Material verrostet und schwergängig? Wer mit Top-Material (z.B. Layher Lightweight oder MJ Optima) wirbt, hat sofort die Aufmerksamkeit der Profis.
  2. Die Fahrzeit: Sitzt er jeden Tag 2 Stunden unbezahlt im Bulli zur Baustelle? Regionale Projekte mit täglicher Heimkehr sind oft mehr wert als 1 Euro mehr Stundenlohn.
  3. Die Organisation: Chaos im Büro badet immer der Monteur auf der Baustelle aus.
Sprechen Sie diese „Schmerzen“ in Ihrer Werbung direkt an: „Keine Lust mehr auf Chaos und verrostetes Material? Bei uns läuft’s.“

Der Führerschein-Faktor (C/CE) als Hebel

Der Elefant im Raum: Viele Monteure sind topfit, haben aber keinen LKW-Führerschein. Das macht die Logistikplanung zum Albtraum. Wer einen Monteur mit Führerschein C/CE finden will, muss tief in die Tasche greifen – oder klug sein.
Die Strategie: Nutzen Sie den Führerschein als Karriere-Turbo. Suchen Sie gute Monteure (Führerschein B) und bieten Sie an: „Wir bezahlen dir den LKW-Führerschein.“ Das bindet den Mitarbeiter für Jahre an Ihren Betrieb (über Rückzahlungsklauseln) und Sie züchten sich Ihre eigenen Fahrer heran. Das ist oft günstiger und nachhaltiger, als monatelang nach dem perfekten LKW‒Fahrer für den Gerüstbau zu suchen, den es auf dem Markt kaum gibt.

Geld ist nicht alles – aber die Basis

Seien wir ehrlich: Gerüstbau ist Knochenarbeit. Wer hier knausert, verliert. Sie müssen tariflich oder übertariflich zahlen. Aber um jemanden abzuwerben, zieht oft ein anderer Hebel besser: Netto-Optimierung.
Statt einfach nur den Bruttolohn zu erhöhen (wovon beim Mitarbeiter wenig ankommt), nutzen Sie steuerfreie Sachbezüge:
  • Optimierte Auslöse-Modelle.
  • Tankgutscheine.
  • Eigener Firmenwagen (auch zur privaten Nutzung).
Gerade der Firmenwagen ist für viele Monteure ein massives Statussymbol und ein echter Benefit im Handwerk. Wenn der Nachbar sieht, dass er mit dem neuen Sprinter nach Hause kommt, ist das Stolz pur.

Den Weg zum Kolonnenführer aufzeigen

Viele erfahrene Monteure stecken in einer Sackgasse. Sie sind gut, aber der aktuelle Chef lässt sie nicht aufsteigen, weil die „alten“ Kolonnenführer ihre Plätze blockieren. Hier liegt Ihre Chance.
Suchen Sie gezielt nach Monteuren mit Ambitionen.
  • „Du machst seit 5 Jahren die Arbeit, darfst aber keine Kolonne führen? Bei uns bekommst du die Chance.“
Bieten Sie an, den Kolonnenführer‒Schein zu bezahlen. Damit sprechen Sie genau die leistungsorientierten Mitarbeiter an, die Verantwortung übernehmen wollen. Diese Leute sind Gold wert, weil sie den Betrieb von innen heraus antreiben.

Hürdenlose Bewerbung (Kein Lebenslauf!)

Ein Gerüstbauer hat keine Schreibtischarbeit. Er hat meistens keinen aktuellen Lebenslauf auf dem Handy. Wenn Sie ihn zwingen, abends am PC ein Anschreiben zu tippen, haben Sie ihn verloren.
Nutzen Sie mobile Bewerbungsprozesse. Fragen Sie nur das Nötigste ab:
  • Wie viele Jahre Erfahrung hast du?
  • Welches System kennst du?
  • Führerschein vorhanden?
Das reicht für den ersten Anruf. Im persönlichen Gespräch merken Sie nach 5 Minuten, ob er weiß, wovon er spricht, oder ob er ein Schnacker ist.

Onboarding: Der erste Tag entscheidet

Sie haben ihn überzeugt? Gut. Jetzt dürfen Sie ihn nicht vergraulen. Es ist ein häufiger Recruiting‒Fehler im Gerüstbau, den Neuen am ersten Tag ins kalte Wasser zu werfen.
  • Kleidung: Die PSA (S3-Stiefel, Helm, Gurt) muss neu und passend bereitliegen. Nichts ist ekliger als ein gebrauchter Helm vom Vorgänger.
  • Team-Integration: Stellen Sie ihn der Kolonne vor. Sorgen Sie dafür, dass er nicht als „der Neue, der alles falsch macht“ behandelt wird, sondern als Verstärkung.
Eine gute Teamkultur sorgt dafür, dass er nicht in der Probezeit wieder abhaut, wenn der alte Chef anruft und ihn zurückhaben will.

Fazit: Werben Sie aggressiv, aber ehrlich

Der Markt für erfahrene Gerüstbauer ist ein Haifischbecken. Sie müssen sichtbar werden und Angebote machen, die besser sind als der Standard. Setzen Sie auf Top-Material, faire Bezahlung und Aufstiegschancen. Aber das Wichtigste: Behandeln Sie diese Männer mit Respekt. Ein Monteur, der sich wertgeschätzt fühlt, bringt Leistung – bei Wind und Wetter.

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