Gerüstbau-LKW-Fahrer finden: Materialtransport absichern (Wie Sie Fahrer gewinnen, die auch anpacken)

18. Januar 2026 | Faisal Darwish
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Ein Gerüstbaubetrieb ohne funktionierende Logistik ist nur ein Materiallager. Egal wie leistungsfähig Ihre Monteure sind – wenn das Material morgens nicht pünktlich auf der Baustelle steht, verbrennen Sie Geld. Doch während die LKW immer moderner werden, bleiben die Fahrersitze immer öfter leer. Der Markt für Berufskraftfahrer (Klasse C/CE) ist leergefegt.
Sie kennen das Dilemma: Sie suchen einen Fahrer für Ihren 18- oder 26-Tonner. Aber Sie suchen keinen klassischen „Lenkrad-Halter“, der von Rampe zu Rampe fährt und Kaffee trinkt, während andere entladen. Im Gerüstbau ist der Fahrer Teil des Teams. Er muss beim Laden helfen, Ladungssicherung für schweres Stahlrohr beherrschen und auf der Baustelle auch mal mit anpacken.
Wenn Sie das einem klassischen Fernfahrer erzählen, winkt er oft ab: „Ich bin Fahrer, kein Packer.“ Wie also besetzen Sie diese kritische Schnittstelle? Die Antwort liegt in der Positionierung. Konkurrieren Sie nicht über das Gehalt mit der Chemie-Industrie, sondern verkaufen Sie sich als die bessere Alternative zum Fernverkehr.

Ihr Ass im Ärmel: „Jeden Abend im eigenen Bett“

Der größte Schmerzpunkt vieler Berufskraftfahrer im Fernverkehr ist das fehlende Sozialleben. Sie schlafen auf Rastplätzen, duschen an Autobahnhöfen und sehen ihre Kinder oft nur am Wochenende. Das zermürbt.
Hier liegt Ihr massiver Vorteil im Gerüstbau: Sie bieten Werksverkehr im Nahbereich.
  • Fahrten meist im Umkreis von 50–100 km.
  • Geregelte Arbeitszeiten (Start 6:30 Uhr, Feierabend oft vor 17:00 Uhr).
  • Garantierte Heimkehr jeden Tag.
Machen Sie diesen Vorteil zum Kern Ihrer Botschaft!
  • „Kein Bock mehr auf Rastplatz-Romantik? Bei uns schläfst du zu Hause.“
  • „Papa ist zum Abendbrot daheim.“
Damit erreichen Sie Familienväter, die den Fernverkehr satt haben und bereit sind, für dieses Privileg auch körperlich mit anzupacken. Dies ist ein unschlagbarer Benefit im Handwerk für diese spezielle Zielgruppe.

Quereinsteiger nutzen: Der interne Aufstieg

Der „fertige“ LKW-Fahrer mit Gerüstbau-Erfahrung ist ein Einhorn. Es ist extrem schwer, ihn extern zu finden. Oft ist die interne Lösung schneller und loyaler: Bilden Sie Ihre eigenen Leute aus.
Schauen Sie sich Ihre Gerüstbauhelfer oder jungen Monteure an.
  • Gibt es jemanden, der zuverlässig ist, Bock auf Maschinen hat, aber keinen Lappen?
  • Bieten Sie ihm an: „Wir bezahlen dir den C/CE-Führerschein (Kosten ca. 3.000–5.000 €). Dafür verpflichtest du dich für 3 Jahre.“
Der Vorteil: Dieser Mitarbeiter kennt das Material bereits. Er weiß, wie man Rungenpaletten stapelt. Er muss nicht mehr angelernt werden. Und er ist extrem loyal, weil Sie ihm eine teure berufliche Qualifikation ermöglicht haben.

Zielgruppe Bundeswehr (Die "Zettis")

Eine oft übersehene Quelle für LKW-Fahrer sind Zeitsoldaten (SaZ), die aus der Bundeswehr ausscheiden. Viele haben dort ihren großen Führerschein gemacht und sind körperliche Arbeit, Disziplin und Kameradschaft gewohnt. Sie suchen oft händeringend den Einstieg ins zivile Leben.
Sprechen Sie diese Gruppe gezielt an (z.B. über den Berufsförderungsdienst BFDe).
  • „Dienstzeit beendet? Wir suchen Kameraden, die anpacken können.“
Diese Männer (und Frauen) bringen oft genau die Teamkultur und Zuverlässigkeit mit, die im Gerüstbau entscheidend ist.

Das Fahrzeug als Statussymbol

Für einen Berufskraftfahrer ist der LKW sein Wohnzimmer und sein Stolz. Wenn Sie mit verrosteten, 20 Jahre alten Pritschenwagen herumfahren, werden Sie keinen guten Fahrer finden. Er schämt sich, damit auf die Straße zu gehen.
Zeigen Sie Ihren Fuhrpark in den Anzeigen.
  • „Neuer Mercedes Arocs mit allem Komfort.“
  • „Fester LKW – kein Springer-Dasein.“ (Jeder Fahrer liebt seinen eigenen LKW).
Ein moderner Fuhrpark signalisiert Professionalität. Das zieht Profis an, die ihr Werkzeug pflegen und stolz auf ihren Job sind.

Auswahlprozess: So prüfen Sie die Führungsqualität

Sie haben Bewerbungen generiert? Sehr gut. Jetzt müssen Sie die Spreu vom Weizen trennen. Ein guter Monteur ist noch lange kein guter Chef. Nutzen Sie im Gespräch Fragen, die auf konkretes Verhalten abzielen:
  • „Erzählen Sie mir von einer Situation, in der ein Mitarbeiter Sicherheitsvorschriften ignoriert hat. Wie haben Sie reagiert?“
  • „Was machen Sie, wenn das Material nicht rechtzeitig geliefert wurde und der Bauleiter des Kunden Druck macht?“
Achten Sie darauf, ob er lösungsorientiert antwortet oder nur Probleme wälzt. Ein Top-Kolonnenführer übernimmt Verantwortung.

Geschwindigkeit bei der Einstellung

LKW-Fahrer sind absolute Mangelware. Wenn sich einer bewirbt, hat er meist 5 Angebote von Speditionen auf dem Tisch. Machen Sie nicht den Fehler, ihn durch bürokratische Hürden zu jagen. Verlangen Sie keinen Lebenslauf und kein Anschreiben. Ein Fahrer hat keinen CV auf dem Handy.
  1. Hast du Führerschein Klasse CE? (Ja)
  2. Hast du die Module (Ziffer 95)? (Ja)
  3. Bist du körperlich fit? (Ja)
Rufen Sie sofort an (innerhalb von Stunden!). Laden Sie ihn auf einen Kaffee und eine Sitzprobe im LKW ein. Handschlag-Mentalität zählt bei Fahrern mehr als Assessment-Center.

Fazit: Logistik ist Chefsache

Ohne Fahrer steht das Material am Hof. Ohne Material verdienen die Monteure kein Geld. Der LKW-Fahrer ist eine Schlüsselposition, kein „Hilfsarbeiter“. Behandeln Sie ihn auch so.
Hören Sie auf, Fahrer wie Monteure zweiter Klasse zu bezahlen. Wenn Sie faire Löhne zahlen und den massiven Vorteil der „täglichen Heimkehr“ ausspielen, können Sie sich vor Bewerbungen aus dem Fernverkehr oft kaum retten.

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