Die 7 größten Recruiting-Fehler in der Elektrotechnik (Warum gute Elektroniker bei Ihnen absagen)

23. Dezember 2025 | Faisal Darwish
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Die Energiewende, Smart Home und E-Mobilität sorgen für volle Auftragsbücher im Elektrohandwerk. Doch wer soll die Wallboxen installieren und die Wärmepumpen anschließen? Der Fachkräftemangel trifft diese Branche härter als fast jede andere. Wer hier Recruiting-Fehler macht, verliert nicht nur Bewerber – er verliert bares Geld durch abgelehnte Aufträge.
Als Inhaber eines Elektrotechnik-Betriebs kennen Sie das Problem: Sie konkurrieren nicht nur mit dem Kollegen drei Straßen weiter, sondern vor allem mit der großen Industrie. Wenn Konzerne mit IG-Metall-Tarifen und 35-Stunden-Wochen winken, wirkt das eigene Angebot oft unattraktiv.
Doch oft liegt es gar nicht am Geld, dass Stellen unbesetzt bleiben. In unserer Arbeit bei Sevarox sehen wir immer wieder dieselben Muster. Hier sind die 7 Fehler, die verhindern, dass Sie Top-Elektroniker einstellen – und wie Sie den Spieß umdrehen.

Fehler 1: Die Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“

Viele Stellenanzeigen lesen sich wie ein Wunschzettel an den Weihnachtsmann: „Sie beherrschen Rohbau-Installation, Schaltschrankbau, KNX-Programmierung, Kundendienst und Netzwerktechnik.“
Der Realitäts-Check: Niemand kann alles perfekt (und will es auch nicht). Ein Spezialist für Gebäudeautomation hat keine Lust, im Winter Schlitze zu klopfen. Ein Rohbau-Monteur fühlt sich von komplexer Programmierung oft überfordert.
Die Lösung: Schärfen Sie das Profil. Suchen Sie gezielt nach einem Elektroniker für Energie‒ und Gebäudetechnik für einen konkreten Bereich (z. B. nur Kundendienst oder nur Projektbau). Spezialisierung wirkt professionell und zieht Experten an.

Fehler 2: Den „Notdienst“ totschweigen

Es ist das Reizthema Nummer 1 für erfahrene Servicetechniker: Die Rufbereitschaft am Wochenende. In vielen Anzeigen wird das Thema verschwiegen – und kommt dann im Vorstellungsgespräch als böse Überraschung auf den Tisch. Der Bewerber fühlt sich getäuscht und sagt ab.
Die Lösung: Gehen Sie offensiv damit um. Wenn Notdienst nötig ist, verkaufen Sie ihn über attraktive Zuschläge oder Freizeitausgleich. Oder noch besser: Bewerben Sie Stellen, die keinen Notdienst haben, als expliziten Benefit. Das ist für Familienväter oft mehr wert als 300 € Gehaltserhöhung.

Fehler 3: Der aussichtslose Gehaltskampf mit der Industrie

Versuchen Sie nicht, die Industrie beim Grundgehalt zu überbieten. Das verlieren Sie meistens. Wenn Sie in Ihrer Anzeige nur über „faire Bezahlung“ sprechen, ziehen Sie im Vergleich zu den Konzern-Tarifen den Kürzeren.
Die Lösung: Punkten Sie dort, wo die Industrie schwach ist.
  • Freiheit: Keine Stempeluhr-Mentalität und keine Schichtarbeit.
  • Sichtbarkeit: „Bei uns bist du keine Nummer, sondern baust Projekte, auf die du stolz sein kannst.“
  • Heimatnähe: Keine langen Pendelwege ins Industriegebiet.
Setzen Sie auf eine starke Employer‒Branding‒Strategie, die das „Wir-Gefühl“ und die kurzen Entscheidungswege betont.

Fehler 4: Veraltete Technik und Werkzeug

Elektroniker sind oft Technik-Nerds. Sie lieben gutes Werkzeug. Wenn ein Bewerber beim Probearbeiten sieht, dass Ihre Mitarbeiter mit stumpfen Duspol-Testern oder wackeligen Leitern hantieren, ist er weg. Er schließt von der Ausrüstung auf die Wertschätzung des Chefs.
Die Lösung: Zeigen Sie in Ihren Social-Media-Anzeigen stolz Ihr Equipment. Ein vollausgestatteter, sortierter Fahrzeugeinbau (z. B. Sortimo) oder das neuste Messgerät von Fluke sind Magneten für Qualitäts-Handwerker.

Fehler 5: „Bewerbung per E-Mail“ (Der Medienbruch)

Ein Elektroniker sieht Ihre Anzeige abends auf Instagram. Er findet sie gut. Dann klickt er auf den Link und landet auf einer nicht mobil-optimierten Website, wo er eine E-Mail schreiben soll. Ergebnis: Er bricht ab. Niemand schreibt E-Mails am Smartphone.
Die Lösung: Nutzen Sie moderne Wege. Ein Social‒Recruiting‒Prozess erlaubt die Bewerbung per Klick. Fragen Sie technische Skills (SPS, KNX, Loxone) einfach per Multiple-Choice ab. Das senkt die Hürde und wirkt modern – genau wie Ihr Betrieb sein sollte.

Fehler 6: Fehlende Weiterbildungsperspektive

Gerade junge Gesellen (Generation Z) haben Angst vor Stillstand. Wer nur „Strippen zieht“, fürchtet, den Anschluss an die Zukunft (Smart Home, PV, Speicher) zu verlieren. Betriebe, die keine Schulungen anbieten, wirken altbacken.
Die Lösung: Kommunizieren Sie klar: „Wir machen dich fit für die Zukunft.“ Bieten Sie bezahlte Schulungen an (z. B. TREI-Schein). Das zieht ehrgeizige Leute an, die später vielleicht sogar als Elektromeister Führungsverantwortung übernehmen wollen.

Fehler 7: Die Sicherheits-Lüge

„Sicherheit wird bei uns großgeschrieben.“ Das steht überall. Aber wenn der Monteur sieht, dass unter Spannung gearbeitet wird, weil „keine Zeit zum Freischalten“ war, oder die persönliche Schutzausrüstung (PSA) fehlt, ist das Vertrauen zerstört. In einer Branche, in der Fehler tödlich sein können, ist gelebte Sicherheit ein massiver Vertrauensfaktor.
Die Lösung: Machen Sie die Pflichten des Arbeitgebers zur Kür. Zeigen Sie, dass Sie in Sicherheitsschuhe, hochwertige Arbeitskleidung und Schulungen investieren. Das signalisiert: „Mein Chef kümmert sich um mich.“

Fazit: Technik lockt Techniker

Vermeiden Sie diese Fehler, und Sie heben sich sofort vom Großteil der Konkurrenz ab. Elektroniker sind rationale Menschen, die Qualität schätzen – bei der Arbeit und beim Arbeitgeber.
Hören Sie auf, mit Floskeln zu werben, und fangen Sie an, mit konkreten Vorteilen (Werkzeug, Weiterbildung, moderne Prozesse) zu überzeugen.

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