Pflichten des Arbeitgebers: Warum Sicherheit Ihr bestes Recruiting-Argument ist

22. Januar 2026 | Faisal Darwish
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„Sicherheitsschuhe? Muss ich die selber kaufen?“ – Wenn ein Bewerber diese Frage im Vorstellungsgespräch stellt, wissen Sie sofort: Er kommt aus einem Betrieb, in dem Arbeitsschutz klein geschrieben wurde. Leider ist das im Handwerk oft noch Realität. Viele Chefs sehen die Berufsgenossenschaft (BG), die TRBS 2121 oder die VDE-Vorschriften als nervige Bürokratie, die Geld kostet und die Arbeit verlangsamt.
Doch im Jahr 2026 dreht sich der Wind. Bewerber sind informierter und anspruchsvoller. Und noch wichtiger: Hinter jedem Gerüstbauer und Elektroniker steht oft eine Familie, die will, dass der Papa abends gesund nach Hause kommt.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie aus der lästigen „Pflicht“ eine glänzende „Kür“ machen. Wir erklären, warum Top-Ausstattung und gelebter Arbeitsschutz keine Kostenfaktoren sind, sondern Investitionen, die Ihnen die besten Fachkräfte sichern. Denn echte Profis arbeiten nicht für Amateure, die mit ihrer Gesundheit spielen.

PSA als Visitenkarte: Der erste Eindruck zählt

Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist oft das Erste, was ein neuer Mitarbeiter an Tag 1 in die Hand gedrückt bekommt. Es ist Ihr „Willkommensgruß“. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
  • Szenario A (Standard): Der Neue bekommt einen gebrauchten Helm vom Vorgänger (innen noch verschwitzt), eine billige Warnweste und den Hinweis: „Schuhe besorgst du dir erstmal selbst, den Bon kannst du irgendwann einreichen.“ Die Botschaft: Du bist uns nichts wert. Du bist austauschbar.
  • Szenario B (Premium): Der Neue bekommt ein verschweißtes Paket. Darin: Nagelneue Kleidung (z.B. Engelbert Strauss oder Mascot), hochwertige S3-Stiefel (z.B. Haix oder Elten), ein eigener Helm mit Visier und hochwertige Handschuhe. Alles mit Firmenlogo. Die Botschaft: Du bist ein Profi, und wir schützen dich wie einen Profi.
Wer hier investiert, bindet den Mitarbeiter emotional ab der ersten Minute. Fotos von Mitarbeitern in nagelneuer, gebrandeter Schutzkleidung funktionieren übrigens hervorragend in Social‒Media‒Anzeigen, weil sie Qualität und Stolz signalisieren.

Die TRBS 2121 & VDE: Keine Angst vor Vorschriften

Im Handwerk gibt es strenge Regeln – sei es die TRBS 2121 im Gerüstbau (vorlaufendes Seitengeländer) oder die VDE 0105 in der Elektrotechnik (Arbeiten unter Spannung). Viele Betriebe jammern: „Das dauert zu lange“, „Das ist zu teuer“.
Drehen Sie den Spieß um! Positionieren Sie sich als Sicherheits-Vorreiter. Nutzen Sie das in Ihrer Kommunikation:
  • „Bei uns kletterst du sicher. Wir nutzen das MSG systemintegriert. Deine Gesundheit geht bei uns vor Akkord.“
  • „Wir messen immer erst spannungsfrei. Kein Risiko an der Anlage.“
Das spricht gezielt erfahrene Fachkräfte an – und vor allem deren Ehefrauen (siehe Punkt 4). Wenn ein erfahrener Monteur sieht, dass ein Betrieb Sicherheit ernst nimmt und ihn nicht unnötigen Gefahren aussetzt, steigt sein Interesse massiv.

Unterweisung ist Wertschätzung (Nicht nur Bürokratie)

Die gesetzlich vorgeschriebene jährliche Sicherheitsunterweisung ist in vielen Betrieben eine langweilige „Unterschriften-Sammlung“ am Freitagnachmittag. Keiner hört zu, Hauptsache der Zettel für die BG ist voll.
Machen Sie mehr daraus. Nutzen Sie Schulungstage als Teamevents. Holen Sie externe Trainer, die spannende Praxis-Module anbieten:
  • Gerüstbau: Höhenrettungs-Übungen am eigenen Gerüst.
  • Elektro: Brand-Simulationen oder Erste-Hilfe bei Stromunfällen.
Das signalisiert: „Wir wollen, dass du im Notfall weißt, was zu tun ist. Dein Leben ist uns wichtig.“ Besonders für Eltern von Azubis ist das ein entscheidendes Kriterium. Mütter schicken ihre Kinder lieber in einen Betrieb, der für hohe Sicherheitsstandards bekannt ist, als in eine „Chaos-Bude“.

Der „Mütter- & Partner-Faktor“: Sicherheit als emotionaler Hebel

Unterschätzen Sie nie den Einfluss des privaten Umfelds auf die Wechselwilligkeit eines Handwerkers. Wenn ein Gerüstbauer seiner Frau am Abendbrot erzählt:
  • „Mein neuer Chef hat jetzt diese Hebehilfen (Exoskelette) gekauft, damit mein Rücken nicht so weh tut.“
  • „Wir haben jetzt Aufzüge auf jeder Baustelle, ich muss nicht mehr so viel schleppen.“
...dann wird die Frau zur stärksten Verbündeten Ihres Unternehmens. Sie sorgt dafür, dass er diesen Job so schnell nicht kündigt. Sicherheit und Gesundheitsschutz sind emotionale Themen. Nutzen Sie das in Ihrem Employer Branding. Zeigen Sie Videos, wie sicher Ihre Gerüste stehen oder wie Sie Spannungsfreiheit mit modernstem Messgerät prüfen. Das schafft Vertrauen.

Ausstattung als Statussymbol

Früher war Sicherheit „uncool“. Wer einen Helm trug, war ein Weichei. Das hat sich gewandelt. Heute ist Sicherheitstechnik „High-Tech“.
  • Im Gerüstbau: Moderne Helme mit integriertem Funk (Headsets) erleichtern die Arbeit und schützen das Gehör.
  • In der Elektrotechnik: Hochwertige PSA gegen Störlichtbogen (Arc Flash) zeigt, dass man an komplexen Anlagen arbeitet.
Wenn Sie Ihren Leuten hochwertiges Werkzeug und PSA geben, tragen sie das mit Stolz. Sie fühlen sich wie Spezialkräfte, nicht wie Lastesel. Und genau dieses Gefühl wollen Sie erzeugen.

Fazit: Safety First = Talent First

Der Spruch „Safety First“ ist keine leere Floskel an der Wand. Er ist ein Qualitätsmerkmal. Die besten Fachkräfte auf dem Markt sind Profis. Und echte Profis arbeiten nicht unter Lebensgefahr, nur um 5 Minuten Zeit zu sparen.
Machen Sie Ihre Sicherheitsstandards transparent. Werben Sie damit offensiv. Schreiben Sie in Ihre Stellenanzeige: „Top-Ausstattung von Kopf bis Fuß inklusive.“ Sie werden sehen: Sie ziehen damit Mitarbeiter an, die verantwortungsbewusst, vorausschauend und langfristig denken – genau die Sorte Mitarbeiter, die Sie wollen.

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