Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik finden: So gewinnen Sie die „Macher“ der Energiewende

29. Dezember 2025 | Faisal Darwish
Lassen Sie uns unverbindlich sprechen.
Wir analysieren Ihre aktuelle Situation und zeigen Ihnen eine klare Roadmap, wie Sie Ihre Stellen in den nächsten 30 Tagen besetzen.
Ihr Ansprechpartner
Faisal Darwish
Der Titel ist lang, die Mängelliste in den Betrieben oft noch länger: Es fehlen qualifizierte Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik (ehemals Elektroinstallateur). Egal ob Wärmepumpe, Smart Home oder E-Mobilität – ohne diese Fachkräfte bleibt Deutschland dunkel. Doch wie gewinnt man sie, wenn die Industrie mit 35-Stunden-Woche lockt?
Früher reichte es, wenn ein Geselle Schlitze klopfen und Leitungen verlegen konnte. Heute suchen Elektrobetriebe halbe Informatiker. Die Anforderungen sind explodiert: KNX-Programmierung, Netzwerktechnik, Inbetriebnahme von Speichersystemen. Gleichzeitig wirken viele Stellenanzeigen noch wie aus dem Jahr 1990. Wer heute noch nach „belastbaren Allroundern“ sucht, wird keine modernen System-Integratoren finden.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Recruiting-Strategie modernisieren und genau die Fachkräfte anziehen, die Ihren Betrieb technisch voranbringen – und warum Geld dabei nicht immer das Hauptargument ist.

Spezialisierung statt „Mädchen für alles“

Der häufigste Fehler in Stellenanzeigen ist die Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“. „Wir suchen dich für Rohbau, Kundendienst, Industrie-Wartung und Schaltschrankbau.“
Das schreckt spezialisierte Fachkräfte ab.
  • Ein Kundendienst-Techniker liebt den Kundenkontakt und die Fehlersuche („Sherlock Holmes“), hasst aber staubige Rohbauten.
  • Ein Projekt-Monteur will Strecke machen und sichtbare Ergebnisse am Neubau sehen, hat aber keine Geduld für Oma Ernas defekte Klingel.
Die Strategie: Splitten Sie Ihre Suche! Schalten Sie lieber zwei spezifische Anzeigen als eine schwammige. Sprechen Sie gezielt die Vorlieben an. Das erhöht die Bewerberquote massiv, weil sich der Kandidat verstanden fühlt und merkt, dass Sie seine Stärken kennen.
👉 Vermeiden Sie dabei unbedingt die typischen Recruiting‒Fehler in der Elektrotechnik, wie etwa das Verschweigen von Notdiensten.

Der Gegner heißt Industrie (und wie Sie ihn schlagen)

Ihr härtester Konkurrent ist oft nicht der Elektriker von nebenan, sondern der große Konzern im Gewerbepark. Dort locken IG-Metall-Tarife und saubere Hallen. Sie können als Handwerksbetrieb oft nicht dieselben Löhne zahlen. Aber Sie haben einen Trumpf, den die Industrie nicht hat: Sichtbarkeit und Sinn.
In der Industrie tauscht der Elektroniker oft tagaus, tagein dasselbe Bauteil. Langeweile droht. Bei Ihnen sieht er am Abend, was er geschafft hat: Das Haus ist vernetzt, die PV-Anlage speist ein. Nutzen Sie diesen psychologischen Vorteil in Ihrer Employer‒Branding‒Strategie. Werben Sie mit „Echten Projekten statt Fließband-Wartung“. Viele Elektroniker kehren genau deswegen ins Handwerk zurück.

Tech-Stack als Magnet: Werkzeug ist Wertschätzung

Für einen modernen Elektroniker ist sein Werkzeug heilig. Es ist die Verlängerung seines Arms. Wenn er beim Probearbeiten sieht, dass Ihre Mitarbeiter mit stumpfen Seitenschneidern oder veralteten Duspol-Testern hantieren, ist er weg.
Investieren Sie in Top-Equipment und zeigen Sie das auch:
  • Messgeräte: Bieten Sie Wärmebildkameras oder Netzwerktester von Fluke?
  • Akkutechnik: Setzen Sie auf einheitliche Systeme (Hilti/Makita/Milwaukee)?
  • Mobilität: Darf der Firmenwagen mit nach Hause genommen werden? Das ist oft das entscheidende Argument für Familienväter und ein massiver Benefit im Handwerk.

Schluss mit Zettelwirtschaft (Die digitale Baustelle)

Nichts hassen junge Elektroniker (Gen Z und Millennials) mehr als den „Papierkram“ am Freitagabend. Stunden rapportieren, Aufmaß auf Schmierpapier kritzeln – das ist Zeitverschwendung. Wer Fachkräfte gewinnen will, muss digital sein.
Werben Sie offensiv damit: „Bei uns bekommst du ein iPad. Aufmaß, Zeiterfassung und Pläne laufen digital. Kein Papierkram nach Feierabend.“ Das signalisiert Modernität. Ein Betrieb, der digital aufgestellt ist, zieht auch Mitarbeiter an, die Lust auf Smart Home und moderne Technik haben.

Perspektiven bieten: Vom Gesellen zum Spezialisten

Ein Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik ist oft ehrgeizig. Er weiß, wie schnell sich die Technik wandelt. Wenn er das Gefühl hat, in Ihrem Betrieb technologisch stehenzubleiben („Wir machen das schon immer so“), wird er unruhig.
Zeigen Sie Karrierepfade auf, die nicht zwingend „Meister“ heißen müssen:
  • Spezialisierung zum KNX-Techniker.
  • Weiterbildung zum Experte für PV-Speichersysteme.
  • Verantwortung als Obermonteur für Großprojekte.
Wenn Sie diese Weiterbildungen bezahlen und die Zeit dafür freigeben, binden Sie den Mitarbeiter extrem stark an sich. Er muss nicht kündigen, um voranzukommen.

Wo Sie suchen müssen (Passiv vs. Aktiv)

Die Arbeitslosigkeit unter qualifizierten Elektronikern liegt faktisch bei null. Wer gut ist, hat einen Job. Deshalb bringen Anzeigen auf Jobbörsen meist nur Bewerber, die Sie nicht wollen.
Sie müssen die wechselwilligen Fachkräfte erreichen. Diejenigen, die zwar einen Job haben, aber genervt sind von unbezahlten Überstunden oder cholerischen Chefs. Diese Leute erreichen Sie über Social Recruiting Kampagnen auf Facebook und Instagram. Mit einer gezielten Ansprache („Genervt vom ständigen Notdienst?“) holen Sie sie dort ab, wo der Schmerz sitzt.

Fazit: Modernität gewinnt

Den Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik locken Sie nicht mehr mit „Standard-Floskeln“. Sie gewinnen ihn mit Modernität. Betrachten Sie den Bewerber nicht als Bittsteller, sondern als hochqualifizierten Experten, dem Sie ein attraktives Angebot für seine Lebenszeit machen müssen.
Wenn Sie modernstes Werkzeug, digitale Prozesse und echte Wertschätzung bieten, werden Sie auch in einem leeren Markt die besten Leute für sich gewinnen.

Ihre Auftragsbücher sind voll - aber das Team ist am Limit?

Klassische Stellenanzeigen erreichen die guten Fachkräfte heute nicht mehr. Lassen Sie uns im persönlichen Gespräche prüfen, wie wir für Ihren betrieb planbar neue Mitarbeiter gewinnen - ohne Zeitungsannonce oder Headhunter.
Persönliches Strategiegespräch
Kostenlos & unverbindlich für Geschäftsführer.

Weitere Artikel

Elektrotechnik
Warum Bewerbungen ausbleiben
Sie schalten Anzeigen, aber keine Fachkraft meldet sich? Überprüfen Sie Ihren Prozess auf diese 7 spezifischen Fehler, die Elektrobetriebe oft unbewusst machen.
Elektrotechnik
Führung für Ihre neuen Elektroniker
Ein wachsendes Team braucht starke Führung. Wenn Sie jetzt Elektroniker einstellen, brauchen Sie bald einen Meister. Hier erfahren Sie, wie Sie auch diese schwierige Stelle besetzen.
Elektrotechnik
Was die Konkurrenz richtig macht
Holen Sie sich Inspiration von den Besten. Wir zeigen Strategien und Maßnahmen, die bei anderen Elektrobetrieben funktioniert haben, um dem Fachkräftemangel zu trotzen.